Ein Kunstrasenplatz … ein Märchen

Es war einmal das kleine Königreich KK. Es bestand aus mehreren Ortschaften, hatte ein Wahlvolk, gewählte Volksvertreter und natürlich auch einen König.

Die Bevölkerung dieses Königreichs zeichnete sich durch seine Fußballbegeisterung aus.

Es gab vier Vereine, bei denen die Menschen ihren Sport ausüben konnten. Dafür standen in jeder Ortschaft Sportflächen zur Verfügung … manche schön, neu und modern, manche weniger schön, veraltet und marode.

Der Schatzmeister des Königs nahm viel Geld in die Hand und errichtete zunächst in der Hauptstadt die modernste Sportfläche, die man damals bauen konnte. Hier konnten die Menschen fast unabhängig vom Wetter, von Regen und Frost, ihrer Fußballleidenschaft nachkommen.

Die Volksvertreter und die Beamten des Königs entschieden, dass als nächstes die zweitgrößte Ortschaft (nennen wir sie „Sankt H“) im Königreich folgen sollte und mit einer modernen Sportanlage ausgestattet werden sollte. Die königlichen Beamten hatten bereits festgestellt, dass die Sportflächen hier teils in einem deutlich schlechteren Zustand seien als in der drittgrößten Ortschaft, die wir „Töberg“ nennen wollen. Bei ihren Modernisierungsplänen nahmen sie das Wörtchen „dringlich“ in den Mund.

Nun war es aber schon damals so, dass der Bevölkerung von Sankt H bereits viel versprochen wurde. Bereits vor Jahrzehnten sprach man von einem Zentrum des Sports, von nebeneinanderliegenden Sportflächen. Dies sei nur eine Frage der Zeit. Jahre vergingen, die Könige wechselten und die Beamten ebenfalls. Aber es passierte nichts.


Gut geplant:
Sportstätten in Aldekerk (ca. 3.100 Einwohner) und Wankum (mit Wachtendonk ca. 8.200 Einwohner):

 

 

 


Eines Tages begannen gewiefte Töberger Bürger, die Volksvertreter, die königlichen Beamten und den König selbst zu umgarnen.  Und so geschah es, dass plötzlich im kleinen und nur knapp 3.200 Seelen zählenden Töberg eine neue Sportstätte entstehen sollte.

In Sankt H konnte man diese Entscheidung nicht nachvollziehen. Warum hatten die fast 8.000 Einwohner von Sankt H, deren Fußballbegeisterung sogar weit über die Grenzen des kleinen Königreichs bekannt waren, den Kürzeren gezogen? Warum sollten sie weitere Jahre warten? Warum sollte das viel kleinere Töberg, dessen Sportflächen laut den Beamten keine Mängel aufwiesen, nun eine moderne Sportstätte erhalten? Warum fließen die eigenen Steuern nun in den Nachbarort?

Sankt H platzt aus allen Nähten, es gibt keinen Platz für eine neue Sportstätte, so hieß es aus der Beamtenschaft. Für Töberg hatten die Beamten eine aufsehenerregende Idee: die neue Sportstätte wird einfach genau auf der alten Sportfläche gebaut.

So etwas geht natürlich in Sankt H nicht. Jahrzehntelang wurde falsch geplant oder gar nicht geplant. Nun stehen die Einwohner von Sankt H im Regen … und warten weiter auf eine Eingebung bei den Beamten und den von ihnen gewählten Volksvertretern.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann warten sie immer noch.

Jede Ähnlichkeit mit real existierenden Orten, verstorbenen oder lebenden Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt!

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