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Flüchtlingsinitiative:  "1:0 FÜR EIN WILLKOMMEN" - Integration durch Fußball 

UNICEF-Kicker/innen des FC St.Hubert e.V. aktiv.
Das Logo, das die UNICEF-Kicker auf ihren Fußball-Trikots tragen, kennen alle Flüchtlinge   -   weltweit.

Besuch in den drei Flüchtlingsunterkünften Johannes-Hubertus-Schule Hohenzollernplatz 19, Tönisberger Straße 89 und Escheln 100. Von dort aus zur Servicestelle im Rathaus der Stadt und sofort weiter zum Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband (WFLV) nach Duisburg. Eventuell bei allein einreisenden minderjährigen Flüchtlingen zuvor noch zum Jugendamt, um die Unterschrift eines Vormundes einzuholen. Würde man diese "Wege" den Flüchtlingsfamilien überlassen, würde kein Kind Fußballspielen. Diese Menschen haben ganz andere Sorgen.


Also machen dies die Ehrenamtlichen der UNICEF-Kicker des FC St.Hubert und die machen es gerne und mit ganzem Herzen. Gott sei Dank können Flüchtlinge  s o f o r t  am Training der UNICEF-Kicker des FC St.Hubert e.V. teilnehmen. Um aber an Verbands-Jugendspielen (samstags) gegen andere Vereine aktiv teilzunehmen und um das Trikot mit dem UNICEF-Logo über zu streifen, dauert es etwas länger. Da kommt die deutsche Gründlichkeit mit Formularen, Bescheinigungen, Beglaubigungen, mit Stempeln und Unterschriften . . . und wenn das dann alles vorliegt von Menschen, die unsere Schrift nicht lesen können, die meist keine "Papiere" besitzen, mit denen eine Verständigung nicht so einfach ist, ja dann müssen diese Mädchen und Jungen noch 30 Tage warten bis sie am ersten Spiel teilnehmen können. Dagegen ist die Organisation von Fußballschuhen, Schienbeinschonern, Trikots, Hose, Stutzen, Trainingsanzügen ein Kinderspiel und die Teilnahme am Training total unkompliziert.

flucht3Die Trainer geben ehrenamtlich alles und die Flüchtlingskinder sind stolz. Verständigung: Tamara und Sara Hasan, zwei syrische Schülerinnen, die in Kempen geboren wurden, unterstützen die UNICEF-Kicker des FC St.Hubert wo sie können, gehen mit in die Flüchtlingsunterkünfte und dolmetschen  -  eine tolle Geste.

* Vorlage Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchender. * Wohnortbescheinigung. * Beglaubigung des Geburtsdatums und des Geburtsortes. * Bestätigung Vormundschaft bei allein einreisenden minderjährigen Flüchtlingen auf dem "Antrag zur Erteilung einer Spielberechtigung". * Unterschrift Vormund bei allein einreisenden minderjährigen Flüchtlingen auf dem "Antrag zur Erteilung einer Spiel-berechtigung". * Letzter Wohnort vor der Flucht. Erst wenn diese „Papiere“ vollständig beim Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband eingereicht wurden, werden sie dort bearbeitet. Da kommt es dann mal schnell zu Verwirrungen.

 Ein Beispiel: In amtlichen Dokumenten ist Aleppo (Syrien) als Geburtsort beurkundet. In Kempen bei der Servicestelle der Stadt im Rathaus „sagt“ der Computer „Geburtsort unbekannt“. Im Antrag auf Erteilung einer Spielberechtigung an den WFLV muß aber der Geburtsort eingetragen sein.

 Ein anderes Beispiel: die Flüchtlingsfamilie wohnt Hohenzollernplatz 19. Der Computer bei der Stadt ist aber noch nicht so weit, denn dort ist als Wohnort Tönisberger Straße gespeichert. Oder, wie am Montag; für zwei minderjährige allein eingereiste syrischen Flüchtlinge war beim Jugendamt der Stadt Kempen noch nicht entschieden, wer die Vormundschaft bekommt. Keiner konnte die Unterschriften leisten, damit die Kinder Fußball spielen können. Ein Mitarbeiter des Jugendamtes: "Es kann dauern. Es steht noch nicht fest, wer die Vormundschaft bekommt. Es könnte sein, dass es Verwandte sein werden." Im Klartext heißt das, dass die beiden Jungs vorläufig nicht im Verein Fußball spielen können, da der Westdeutsche Fußball- und Leichtathletikverband die Unterschrift des Vormundes und eine Bestätigung über die Vormundschaft benötigt, um die beiden Spielerpässe auszustellen.

Alle Welt redet und schreibt von unbürokratisch und schnell helfen. An diesem Beispiel sieht man, was mit "schnell" gemeint ist. Gemeint ist bürokratisch? Der Mitarbeiter vom Jugendamt kann mit Sicherheit nicht anders handeln und da haben wir auch Verständnis für.

 Aber den beiden Jungs hilft das nicht weiter. Ihnen sagen zu müssen, ihr dürft noch nicht im Verein Fußballspielen, ist nicht so leicht und wird sie überraschen und enttäuschen.

 Für die anderen gilt: Nach 30 Tagen sollte dann der Spielerpass für die Flüchtlingskicker vorliegen und erst dann dürfen sie in Spielen in Teams der UNICEF-Kicker eingesetzt werden. Demnach müssten in dieser 41. Kalenderwoche die ersten Spielerpässe beim FC St.Hubert eintreffen, denn die ersten Anträge wurden beim Verband am 27.08.2015 eingereicht.

Neben den Jungs spielen mit Sahab aus Daraa (Syrien), Rama aus  Damaskus (Syrien). Nazli und Rafah (beide aus Syrien) auch vier Flüchtlings-Mädchen Fußball. Und die freuen sich nicht nur aufs Kicken in den Mädchenteams des FC St.Hubert, sondern auch auf einen spannenden Erlebnistermin. Sie treffen die Deutsche Frauen-Fußball-Nationalmannschaft beim Abschlusstraining vor dem Länderspiel Deutschland gegen England. DFB-Managerin Doris Fitschen hat am vergangenen Freitag alle UNICEF-Mädchen des FC St.Hubert eingeladen. Und auch beim Länderspiel am nächsten Tag sind die Mädchen im Stadion, denn die UNICEF-Kicker/innen des FC St.Hubert haben einen Reisebus gemietet, der 50 Kinder kostenlos zum Spiel gegen England bringt.